Der Abend ist gerettet. Aber nicht nur der: Bayern, Deutschland und die Welt. Dafür verantwortlich sind die Wellküren, das Schwestern-Trio aus dem Hause Well. Weil sie gerne „Minderheiten“ unterstützen, sie sind zum ersten Kabarettabend des SPD-Ortsvereins Bad Rodach und des SPD-Kreisverbandes Coburg-Land gekommen.
Wortgewaltig, witzig-frech präsentieren sich Moni, Burgi und Bärbi Well in der neugestalteten Stadthalle. Mit der „Stubenmusi“ im Gepäck, die gegen jeden und alles hilft, ziehen sie seit 23 Jahren über die Kleinkunst- und Kabarettbühnen der Republik. Dort bringen die Well-Schwestern die gewohnten Bahnen ins Wanken. Moni will von den Brettern, die die Welt bedeuten, in die Staatskanzlei. Als Ministerpräsidentin kann sie den Bayern zeigen, wo der Bartel den Most holt. Für ihre „Schwesternpartei“ erhofft sich viel Rückenwind für dieses Unterfangen, auch wenn der eigene Mann noch Zweifel hat. Auch die anderen Well-Mädchen haben sich engagiert. Burgi verbannt als Oberschweinbacher Frauenbeauftragte zum Leidwesen der alteingesessenen Bäuerinnen die Kopftücher aus dem Ortsbild. Bärbi macht ihrem Berufsstand alle Ehre. Die Dipl.Soz.Päd erhöht mit pro-koitiven Einführungskursen im Burschenverein die Zahl die Geburten.
Auch musikalisch hat der Geschwisterbund Einiges zu bieten. Ihr Repertoire an Instrumenten ist breit gestreut. Für jeden Ton gibt es etwas. Ob Harfe, Tuba, Gitarre, Quetsche oder Hackbrett - die Wellküren sind überall zu Hause. Dabei frönen sie auch dem Frevel, wenn sie die Volksmusik aus anderen Stilrichtungen bis zum Heavy Metal kreuzen. Auch nehmen sie gern die alternden CSU-Größen aufs Korn, wenn sie ein bayerisches Polit-Grusical zelebrieren. Keine Hemmungen kennen dabei die drei Weibsbilder: Sie intonieren das „Lied vom Tod“ und bringen damit das traurige Ende des Sonnenkönigs Edmund I. zum Ausdruck. Längst hat das Well-Trio Obamas „Yes, we can“ ins Bayerische übersetzt: „Wer ko, der ko.“ Der Wechsel zwischen Gesangs- und Musikeinlagen sowie den Wortsalven dazwischen stoßen beim Publikum auf große Begeisterung. Wenn alle so wäre, wie die Schwestern, sähe es anders aus in Bayern, Deutschland und der Welt. So bleiben sie aber nur zu Dritt, wenn auch ihre Zuhörer für rund zwei Stunden begeistert teilhaben dürfen an ihrem Kabarettprogramm.
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