„Für Frauen ist leider heute erst Jahreswechsel“, so die Vorsitzende der AsF Bayern Adelheid Rupp, MdL. Mit dem Equal Pay Day machen wir darauf aufmerksam, dass Frauen bis heute arbeiten mussten, um die gleichen Löhne zu bekommen, die Männer bereits 2009 verdient haben. Mit roten Taschen wollen wir darauf am 26. März aufmerksam machen. Denn in Deutschland liegt die Lohndifferenz zwischen Männer und Frauen bei 23 Prozent und ist damit auch noch um 1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen.
„Deutschland belegt im europäischen Vergleich leider den drittletzten Platz“, sagt Kerstin Westphal, MdEP. Lediglich in Estland und Österreich sind die Unterschiede noch größer, während der Unterschied in Italien knapp fünf Prozent beträgt. „Andere Staaten arbeiten aktiv an der Gleichstellung, etwa über eine Quote für Vorstandsposten, der Tarifpolitik und weiteren zwingenden gleichstellungspolitischen Instrumenten. „In Deutschland haben wir bis jetzt nur mit blumigen Worten um Gleichstellung gebeten, deshalb ist die Initiative der Telekom ein richtiger Schritt, “ so Kerstin Westphal. Adelheid Rupp und Kerstin Westphal fordern einen gesetzlichen Mindestlohn, ein Gleichstellungsgesetz für die Privatwirtschaft, Abschaffung des Ehegattensplittings und insgesamt ein Gender-Mainstreaming für alle Politikbereiche.
„Konservative halten in Deutschland am Ein-Ernährermodell fest. Wenn Frauen berufstätig sein dürfen, dann in Teilzeit. Damit sind Frauen nicht ökonomisch unabhängig, “ so Adelheid Rupp. Die AsF kritisiert, dass in den vergangenen zehn Jahren zwar die Erwerbstätigkeit von Frauen gestiegen sei, dennoch über 640.000 sozialversicherungspflichte Vollzeitjobs für Frauen verloren gingen.
„Deshalb müssen wir genau hinsehen“, fordert Kerstin Westphal. Manche politische Initiative klinge besser, als sie sei. „Gemeinsam mit der AsF Bayerns setze ich mich dafür ein, dass der Mutterschutz in der EU nicht bindend verlängert wird. Dies wird neue Hürden für Frauen schaffen, statt die bestehenden abzubauen, “ so Westphal.
Gemeinsam mit Gewerkschaften und anderen Bündnispartnern kämpfe die AsF Bayern dafür, dass die Forderung aus den Römischen Verträgen „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit am gleichen Ort“ endlich Wirklichkeit werde. „Wir wollen, dass Frauen und Männer gemeinsam an Silvester die Korken knallen lassen können.