Vor 90 Jahren kam Coburg zum Freistaat Bayern - freiwillig per Volksentscheid. Einer der Männer, die das möglich machten, ist Franz Klingler. Am 14. Mai 2010 hätte der bedeutsame Sozialdemokrat seinen 135. Geburtstag gefeiert.
Vor 90 Jahren kam Coburg zum Freistaat Bayern - freiwillig per Volksentscheid. Einer der Männer, die das möglich machten, ist Franz Klingler. Am 14. Mai 2010 hätte der bedeutsame Sozialdemokrat seinen 135. Geburtstag gefeiert.
Aus diesem Anlass legten der SPD-Stadtverband Coburg und der SPD-Kreisverband Coburg-Land einen Kranz an Klinglers Grab nieder. 1933, als Klingler nach der Machtergreifung der Nazis nach kurzer Krankheit verstorben war, blieb das seinen Anhängern verwehrt. Die SS hatte es mit Drohungen verboten. Franz Klingler galt schon lange als ihr Hauptgegner in Coburg. Bereits am 15. Januar 1920 wurde er Franz Klingler in der Nacht auf dem Heimweg von zwei Rechtsradikalen niedergeschlagen. Noch am 3. Februar 1933 sagte Klingler, der schon von seiner Krankheit gezeichnet war, in seiner letzten Rede in einer Wahlversammlung: "Wer Hitler wählt, der wählt den Krieg."
Franz Klingler wurde 1875 in Oettingen geboren. Nach einer kaufmännischen Lehre in München begab er sich auf Wanderschaft. 1903 wurde er trotz beruflicher Nachteile SPD-Mitglied. Er fand Arbeit in der Holzindustrie, engagierte sich später auch im Holzarbeiterverband. 1908 leitete Klingler den Streik der Holzarbeiter in der Röhn. Wenig später folgte er dem Ruf der Coburger Genossinnen und Genossen und siedelte ins damalige Herzogtum über. 1911 begründete er das "Coburger Volksblatt" mit und blieb bis 1933 dessen Chefredakteur. Seit 1914 führte Klingler außerdem die Coburger SPD. Ins Rampenlicht trat der aufrechte Sozialdemokrat 1919, als er in den Landtag des neuen Freistaats Coburg gewählt und dort zum Staatsrat ernannt wurde. In diesem Amt warb er bei den Coburgern und seinen Parteifreunden nicht nur um den Beitritt zu Bayern als Alternative zum Anschluss an Thüringen, sondern handelte auch die Verträge aus. Von diesen Vereinbarungen profitiert die Vestestadt Coburg mit ihren zahlreichen Einrichtungen heute immer noch. 1920 wählten die Coburger Klingler in den bayerischen Landtag, dem er bis 1933 angehörte. Dort wachte er sorgsam darüber, dass Bayern die Verträge auch einhielt.
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