Dringender Reformbedarf der gymnasialen Oberstufe: CSU/FDP Regierung schaut tatenlos überfrachtetem Lehrplan zu

Veröffentlicht am 06.01.2010 in Bildung

Zum Beginn des 2.Schulhalbjahres 2010 fordert der Vorsitzende des Ausschusses für Bildung, Jugend und Sport, Hans-Ulrich Pfaffmann, sofortige Reformen an der gymnasialen Oberstufe. Es ist inakzeptabel, so der SPD-Bildungspolitiker, dass die CSU/FDP Regierung den Reformbedarf an der Oberstufe leugnet und somit Schüler und Schülerinnen sowie Lehrer/innen und Eltern als Versuchskaninchen für die reformierte Oberstufe missbraucht werden. Pfaffmann: „Mit jedem Tag, mit dem die Staatsregierung und die CSU/FDP-Mehrheit im Landtag tatenlos zuschaut, verschlechtern sich die Bildungschancen der Schüler und Schülerinnen in der reformiert gymnasialen Oberstufe auf einen guten Schulabschluss. Mit jedem Tag des ‚Nichtstuns' nimmt die CSU/FDP Regierung die schlimmen Zustände an der gymnasialen Oberstufe billigend in Kauf."

Die dringendsten Probleme sind folgende:

1. Der Lehrplan ist nach wie vor überfrachtet und zu detailliert. Unklar ist, welcher Stoff abiturrelvant ist. Dies führt zu großen Verunsicherungen, weil Lehrer versuchen, den kompletten Umfang des Lehrplanes zu vermitteln. Das Leistungsniveau der Pflichtfächer ist nicht ausreichend definiert.

2. dadurch steigt der tägliche Leistungsdruck und der Schulstress gerade in der Oberstufe enorm an. Dies macht die Schüler/innen krank. Viele Schüler sind in kurzer Zeit erschöpft und ausgebrannt.

3. Die Beurteilung der Leistungen der Schüler/innen demotiviert und beschämt die Schüler/innen gerade in der Oberstufe in immer stärkerem Maße. So gelten mittlerweile Klassendurchschnittsnoten mit einer 3 oder gar einer 4 vor dem Komma als „normal".

4. Der Unterrichtsausfall ist gewaltig, vermutlich bis zu 20 Prozent.

5. Durch die Menge der wöchentlichen Schulstunden und das ohne Zweifel erforderliche Nacharbeiten zu Hause steigt die wöchentliche Schulbelastung der Schüler/innen enorm an. Zeit für Erholung, Freizeit, Ehrenamt, Sport und Familienleben ist nicht mehr vorhanden.

6. Die Rahmenbedingungen sind völlig unzureichend. Es fehlen Lehrer/innen an allen Ecken und Enden. Die Kursgrößen sind deutlich zu groß, für individuelle Förderung fehlen Personal und Raum an allen Schulen.

Pfaffmann: „Die reformierte Oberstufe ist bereits jetzt gescheitert. Notwendig ist eine Überprüfung nach dem Grundsatz ‚Qualität vor Aktionismus'. Leider hilft auch das den derzeitigen Oberstufenschüler/innen nicht weiter. Sie brauchen kurzfristige Sofortmaßnahmen:"

Der SPD-Bildungssprecher fordert die unverzügliche Erstellung von realistischen Musterabituraufgaben für den ersten Abiturjahrgang im G8. Diese Aufgaben müssen veröffentlicht werden. Abiturrelevante Lehrplaninhalte müssen sofort und unverbindlich festgelegt werden. Zudem verlangt der SPD-Abgeordnete realistische Regeln für Durchschnittsnoten bei Klausuren aller Art. Dabei sei zu berücksichtigen, dass die Schüler/innen des G8 in der Oberstufe Neuland betreten. Keinesfalls könnten die Leistungen mit dem G9 Niveau zum Beispiel mit den bisherigen Leistungskursen verglichen werden. Die Rahmenbedingungen müssten durch eine deutliche Zuschaltung von Lehrpersonal, Schulpsychologen/innen und Schulsozialarbeiter/innen so verbessert werden, dass die wöchentliche Belastung der Schüler/innen deutlich reduziert werden kann.

Pfaffmann: „Die Eltern, Lehrer und Schüler erwarten zu Recht sofortige Maßnahmen die geeignet sind, die Chancen der Schüler/innen auf einen vernünftigen Schulabschluss zu verbessern. Es reicht nicht aus, die Verantwortung auf die Schulen zu schieben oder wie die CSU/FDP es tut, Berichte einzufordern. Berichte sind genug geschrieben. Die Fakten liegen auf dem Tisch. Notwendig sind kurzfristig die Umsetzung von Sofortmaßnahmen und zwar noch in diesem Schuljahr. Mittelfristig muss die gesamt Oberstufenorganisation auf den Prüfstand."

 

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