Vorstellung | Stadträte bekommen das Energieeinsparungs-Konzept für das Schul- und Sportzentrum präsentiert.

Veröffentlicht am 10.07.2008 in Ratsfraktion

Vorstellung | Stadträte bekommen das Energieeinsparungs-Konzept für das Schul- und Sportzentrum präsentiert. Experten empfehlen Kombination aus Holzhackschnitzelkessel mit Blockheizkraftwerk.
Viele Fragezeichen abgebaut

Von Susanne Glas

Rehau – Zwei Sitzungen lang beschäftigten sich die Rehauer Stadträte in den vergangenen Wochen mit einem „Sorgenkind“ in Sachen Energie-Kosten: dem riesigen Schul- und Sportzentrum in der Pilgramsreuther Straße. Um es vorweg zu nehmen: Entschieden ist in Sachen Einsparmöglichkeiten bislang gar nichts, und geht es nach dem Willen der CSU-Fraktion, wird so schnell auch nichts passieren. Aber mit einem umfassenden Konzept, vorgelegt vom Hofer Ingenieurbüro Möller, wurde der Stadt jetzt das nötige Rüstzeug für eventuelle Schritte an die Hand gegeben. Es wurde von allen Fraktionen angenommen.

Nachdem die Stadträte in der ersten Sitzung die Möglichkeit hatten, die Ingenieure Peter Möller und Gerd Dietel im nicht öffentlichen Teil mit Fragen zu löchern und Anregungen einzubringen, wurde das fertige Energieeinsparungs-Konzept in der Sitzung Nummer zwei öffentlich vorgestellt.

Nicht neu war, dass das Einsparpotenzial an den Gebäuden, darunter der Komplex aus Gutenberg- und Realschule, Sportzentrum mit Hallenbad, Kekutex mit Fachschule für Kunststofftechnik und Berufsschule, riesig ist. Wie die Ingenieure anschaulich per Powerpoint-Präsentation darlegten, könnte bei der Durchführung aller Einsparmöglichkeiten inklusive optimaler Dämmung der Außenbauteile der Energiebedarf um 30 Prozent verringert werden.

Ausgaben nicht gerechtfertigt

„Diesem Einsparpotential stehen jedoch erhebliche Investitionen gegenüber“, betonte Stadtbaumeister Martin Kugler. Mit dem alleinigen Ziel, Energie einzusparen, seien diese Ausgaben nicht gerechtfertigt. In Verbindung mit dem laufenden Bauunterhalt – und damit verteilt auf mehrere Jahre – könnten die Maßnahmen jedoch „bei relativ geringem Mehraufwand“ umgesetzt werden. Stünde beispielsweise eine Dachsanierung an, lasse sich die Dämmung im Zuge dieser Arbeiten sehr einfach optimieren. Daher – so die Sicht aus dem Rathaus – müsse die Umsetzung des vorgelegten Energiekonzeptes Bestandteil des Gebäudeunterhaltes werden.

Konkreter ging es da schon bei möglichen Heiz-Varianten zu. 13 Anlagevarianten wurden von den Planern ins Spiel gebracht und mit dem Bestand verglichen: beginnend beim Austausch der vorhandenen Gaskessel durch neue Gaskessel über Nahwärmenetz mit Holzhackschnitzelkessel, alternativ dazu Pellets bis hin zu einer kombinierten Anlage aus Blockheizkraftwerk und Gasspitzenlastkessel sowie Hackschnitzelheizanlage.

Hauptsächlich auf Initiative der SPD-Fraktion wurde auch untersucht, inwieweit in diese Systeme Solarenergie eingebunden werden kann. Peter Möller gab SPD-Fraktionschef Hagen Rothemund völlig Recht, „dass die Solarenergie ökologisch natürlich ihre Berechtigung hat und in den Sommermonaten die Warmwasserbereitung nahezu abdecken kann“.

Unter der Prämisse strenger Wirtschaftlichkeit allerdings scheide diese Form der Energiegewinnung für das Schul- und Sportzentrum aus. Stattdessen favorisieren die Fachmänner eine Kombination aus Holzhackschnitzelkessel mit Blockheizkraftwerk und Gasspitzenlastkessel.

Regionale Energieträger

„Das ist die wirtschaftlichste Lösung“, so Möller. Werde das Freibad angebunden, könne die Wirtschaftlichkeit weiter gesteigert werden. Durch die Konzentration auf Holzhackschnitzel würde zum einen auf regionale Energieträger gesetzt, zum anderen sei hier der Preisanstieg deutlich geringer als bei Öl oder Gas.

In Zahlen ausgedrückt bedeute das: Die Jahreskosten von derzeit 212 000 Euro würden bei dieser Alternative auf 167 000 Euro sinken.

Nach Abschluss der Vorstellung des Konzeptes zeigte sich Hagen Rothemund begeistert über die konstruktive Diskussion im Vorfeld. Er riet jedoch dazu, den Einsatz fossiler Brennstoffe wie Gas hinsichtlich der Kostenexplosion noch intensiver zu bewerten. Auf die favorisierte Variante eingehend, erinnerte er daran, dass die SPD für ihr Energiemodell aus dem Jahr 2007 von einigen CSU-Stadträten zwar kritisiert und belächelt worden sei, damit jedoch „mehr als richtig“ gelegen habe. An die Kollegen gerichtet, sagte er: „Wir freuen uns, dass diese Einsicht auf ihrer Seite gefruchtet hat!“ Letztlich sei das Konzept nicht als Dogma zu werten, sondern als Entscheidungshilfe für zukunftsweisende Beschlüsse.

Für die CSU gab Roland Lottes ein Statement ab. Er betonte, dass mit dem Konzept nicht nur Verbesserungsvorschläge gemacht wurden, sondern der Ist-Zustand energetisch bewertet wurde. „Die Dringlichkeiten zu kennen, ist Voraussetzung dafür, in den nächsten Jahren Mittel in den Haushalt einzustellen“, so Lottes. Da die Stadt eine funktionierende Anlage habe, sei man nicht unter Zugzwang, könne und müsse in aller Ruhe abwägen. „Diese Zeit müssen wir nutzen!“

 

Homepage Ulrich Scharfenberg

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