„Unsere Türen stehen immer offen“, hebt Recep Aydin hervor. Der Imam der türkisch-islamischen Gemeinde in Neustadt legt großen Wert darauf, dass seine Gläubigen und er nichts zu verbergen haben. Auf Grund der Diskussion um das geplante Minarett in Coburg besuchen Vertreter des SPD-Kreisvorstandes Coburg-Land die Gemeinde in Neustadt.
Ihr Gebäude in der Austraße verfügt seit Jahren über ein Minarett. „Wir hatten überhaupt keine Probleme mit der Genehmigung oder mit Anfeindungen“, berichtet Aydin. Allen Kritikern hält er entgegen, dass das Minarett kein „politisches Kampfsymbol“ sei. Vielmehr gehöre es zu einer Moschee dazu. „Wenn es fehlt ist es wie ein Haus ohne Balkon.“
Die Gemeinde in Neustadt hat rund 160 Mitglieder. In den nächsten Monaten feiert sie ihr 25-jähriges Bestehen in der Puppenstadt. „Viele reden nur, ohne zu wissen, wir wollen erst wissen, dann reden“, nennt SPD-Kreisvorsitzender Carsten Höllein als Grund für die Visite. Neben der Moschee unterhält die Gemeinde auch Kulturräume in ihrem Haus, die sie für gesellige Veranstaltungen und Zusammenkünfte nutzt. Gerne würde Imam Aydin den Austausch und Kontakte zu anderen Religionen und Deutschen intensivieren. Allerdings tue sich die Gemeinde damit noch schwer. „Wir beteiligen uns seit drei Jahren am Tag der offenen Moschee am 3. Oktober, bisher ist aber noch nie jemand gekommen“, erzählt Recep Aydin.
Dort wollen Neustadts Dritter Bürgermeister Martin Stingl (SPD) und SPD-Kreisvorsitzender Carsten Höllein ansetzen. Sie versprechen, in ihren Reihen die Werbung für den „Tag der offenen Moschee“ zu verbessern. Bei einem Rundgang zeigt der Imam der Delegation, der auch der Juso-Kreisvorsitzende Kanat Akin angehört, die Räume der Gemeinde. Wie stark sie sich mit ihrer Heimatstadt in Deutschland identifiziert, zeigt die Botschaft auf einem gut sichtbares Schild im Gebäude: „Wir sind Neustadt.“
Eine Delegation des SPD-Kreisvorstands Coburg-Land besucht die Moschee in Neustadt: Imam Recep Aydin (Dritter von links) führt (von links) SPD-Kreisvorsitzenden Carsten Höllein, Juso-Kreisvorsitzenden Kanat Akin, Philipp Rebhan und Neustadts Dritten Bürgermeister Martin Stingl durch die Räume der türkisch-islamischen Gemeinde.