Besuch | Biomasse-Heizwerk läuft gut

Veröffentlicht am 05.07.2008 in Umwelt

Besuch | Biomasse-Heizwerk läuft gut
Weitere Abnehmer für Wärme gesucht

Naila – Seit gut einem Jahr liefert das Nailaer Biomasse-Heizkraftwerk Wärme für die angeschlossenen Schulen, das Bonhoefferhaus, das Feuerwehrgerätehaus sowie 13 Wohneinheiten und erwärmt zudem das Wasser im städtischen Freibad. Eine zufriedene Bilanz ziehen Verbraucher und Gesellschafter nach 14-monatigem Betrieb. Bei einer Informationstour durch den Wahlkreis haben SPD-Bundestagsabgeordnete Petra Ernstberger und SPD-Landtagskandidat Jörg Mielentz das mit Holzschnitzeln befeuerte Heizwerk besichtigt, um in Gesprächen mit Praktikern über deren Erfahrungen mit alternativen Energien neue Erkenntnisse für die politische Arbeit zu sammeln.

Lange Planungsphase

Gekommen waren Bürgermeister Frank Stumpf und Geschäftsführer Wolfgang Matthes. Das Nailaer Stadtoberhaupt erinnerte an die Gründung der Biomasseheizwerk GmbH mit vier Gesellschaftern – der Stadt Naila, die das Grundstück zur Verfügung gestellt hat, und drei Landwirten. Die Gespräche darüber reichen bis ins Jahr 1996 zurück. „Zunächst gab es einige Bedenken, vor allem im Hinblick auf die kontinuierliche Holzbeschaffung“, erinnerte Stumpf, „aber wir sind in der glücklichen Lage, im Notfall auf unseren Stadtwald zurückgreifen zu können.“ Aber dies sei in absehbarer Zeit gar nicht erforderlich. Der Zuwachs an Schwachholz und rotfaulem Starkholz sowie grobastigen Wipfeln reiche aus. Unter den Gesellschaftern herrsche ein freundschaftliches Miteinander, sagte Stumpf, „und was die wirtschaftliche Seite betrifft, können wir optimistisch in die Zukunft blicken“. Zudem sei Geschäftsführer Wolfgang Matthes ein Praktiker, der über seine Arbeitszeit hinaus als Ansprechpartner sowie bei Störungen im Heizwerk zur Verfügung steht. „Hier wird nicht jede Überstunde abgerechnet“, wusste Stumpf. Der gelobte Geschäftsführer erläuterte einige technische Details des Biomasseheizwerkes, das im Winter bei extremen Kältegraden eine Heizleistung von 3000 Kilowattstunden biete. „Insgesamt ist unsere Kapazität bisher zu 80 Prozent ausgelastet“, sagte Matthes, „bei uns könnten sich also noch einige Verbraucher anschließen.“ Wegen der teuren, vollisolierten Rohrleitungen müssten das aber nicht einzelne Abnehmer, sondern ganze Straßenzüge sein.

Das Heizwerk laufe problemlos; kleinere Störfälle bekomme er auf seinem Handy angezeigt. Die Anlieferung von Hackschnitzeln, meist von privaten Waldbesitzern, klappe reibungslos. Für den Kubikmeter trockene Ware werden derzeit 12 Euro gezahlt. Die anfallende Holzasche wird auf der Anlage im Kalkofen kompostiert. Petra Ernstberger, die sich erstmalig in einem Biomasse-Heizwerk informierte, meinte: „Naila hat die Zeichen erkannt und auf das richtige Pferd der nachwachsenden Rohstoffe gesetzt.“ Auch Jörg Mielentz sah diese als „Chance für die gesamte Region“ an, denn auch spätere Gewinne würden hier angelegt und in neue Projekte investiert.

Zuvor hatten sich die beiden Sozialdemokraten im evangelischen Kindergarten Geroldsgrün von Leiterin Ines Strobel über eine hier praktizierte Besonderheit kundig gemacht: In die Gruppen sind auch die Kleinkinder unter drei Jahren integriert. „Ich bin beeindruckt, was die Kindergärtnerinnen hier leisten“, bekannte Ernstberger, die zu verstehen gab, dass die Bundesregierung die Fördergelder für die frühkindliche Erziehung deutlich erhöht habe. Die Verteilung der zusätzlichen Finanzmittel liege in den Händen der bayrischen Staatsregierung. Reinhold Singer

 

Homepage Ulrich Scharfenberg

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